#121 Andreas Loos

Andreas Loos

#121 Andreas Loos

Ein Gedanke zu „#121 Andreas Loos

  1. Hallo Klausa und Andreas,

    gleich an meinem freien Montagmorgen kommt eine neue Podcastfolge :-), vielen Dank für euer offenes Gespräch.
    Ich bin froh, Andreas, dass es Theologen wie dich gibt, die Gläubigen auch noch mal eine andere Perspektive ermöglichen. Im Grunde sprichst du meistens gar nicht von Gott, sondern von deiner VORSTELLUNG von Gott, und das finde ich viel ehrlicher.

    Danke auch für dein ehrliches Erzählen deiner / eurer Leidgeschichte. Immer wieder schlich sich bei mir der Gedanke ein, ob nicht dein (ursprünglicher) Glaube, deine (ursprünglichen) Gottesvorstellungen dein Leid und deinen Glaubenskampf noch zusätzlich verstärkt haben, auch wenn du am Ende sagst, du hast daraus eine für dich sinnvollere GottesVORSTELLUNG gewonnen. Dein Satz „… dass sich eine andere Vorstellung von Gott bewährt …“ hat mich noch bewegt.

    Ich denke auch, dass Leid nicht der Grund für die Dekonstruktion eines Glaubens ist. Es mag vielleicht der Auslöser sein. Der wirkliche Grund für eine Dekonstruktion ist immer eine vorhergehende KONstruktion. Und die haben wir selten selbst durchgeführt, sondern wurde uns erzählt, gelehrt, anerzogen, gepredigt, evangelisiert, interpretiert oder was auch immer. Von daher finde ich den unempathischen Vorwurf konservativer Gläubiger, man würde aufgrund irgendwelcher liberaler Theologen oder persönlichen Leidgeschichten dekonstruieren, wenig hilfreich (Bonus – Talk 1). Dekonstruktion ist eher eine mühsame und oft schmerzhafte und von Entzugserscheinungen begleitete Befreiung von einem vorkonstruierten viel zu komplizierten (und oft anmaßenden) Glaubensgebäude, das andere über unser Leben gebaut haben in der Annahme, dass es uns schützt, sichert, rettet, bewahrt, hält, kontrolliert. In Wahrheit macht es das Leben – und auch die Trauer – oft sehr sehr kompliziert.

    Interessant fand ich (auch in Bonus Talk 1) diese Studie mit den verschiedenen Arten von Theodizee (Strafe, Plan und Mitleiden). Ich nehme an, in dieser Studie waren nur Gläubige? Oder hat man da auch untersucht, was nichtgläubigen Eltern hilft?

    Hoffnung ist der Sinn von der Möglichkeit des Guten. Der Satz klingt mir auch noch nach und entspannt mich irgendwie. Dann muss die Hoffnung sich nämlich auch nicht unbedingt erfüllen, es ist einfach eine Möglichkeit, die ich mir wünschen kann, an der ich aber auch nicht krampfhaft und alternativlos festhalten muss bzw deren Nichteintreten auf keinen Fall sein darf.
    Ich muss zugeben, dass ich nicht mehr so viel Angst vor Leid und Sterben habe, seitdem ich nicht mehr ….. hm – gläubig? religiös? christlich? oder bin ich es noch? bin. Jetzt kann ich einfach traurig sein und muss keine metaphysische Erklärung mehr finden. Von daher kann ich deine Gedanken, Andreas, in weiten Teilen gut nachvollziehen.

    Liebe Grüße,
    Claudia

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