Soooo wohltuend.
Gerade in meiner aktuellen Lebensphase …
Noch vor einigen Jahren wäre mir an manchen Stellen schwindlig geworden …. und ich hätte Angst gehabt, ganz hart aufzuschlagen.
Jetzt aber … fühle ich, dass ich „ganz weich falle“
DANKE.
mir geht euer Gespräch immer noch „nach“ … in einem heilsamen SInne (natürlich)!
Ich kann mich nicht erinnern, jemals jemanden gehört zu haben, der meine eigene „Glaubensentwicklung“ (incl. „Status Quo“) so zutreffend beschrieben hat, wie du es Klausa gegenüber ausdrückst. Und dieses Gefühl – endlich mal jemanden zu „treffen“, der einen diesbezüglich wirklich VERSTEHT – ist einfach nur wunderbar!
Bzgl. „Anderssein“ (als die meisten Menschen), „sich nicht anpassen wollen/können“ habe ich kürzlich den Begriff „Otroversion“ gelesen …. mich ein bisschen damit beschäftigt … und habe den Eindruck, dass der ziemlich gut zu mir passt 😉 . Und auch das tut gut – sich nicht mehr „komisch“ zu fühlen, sondern eher „besonders“ (in einem ganz und gar uneitlen Sinne – dass man so, wie man gestrickt ist, okay ist).
Eine meiner aktuellen Herausforderungen ist, dass einer meiner „Jungs“ (ich habe drei erwachsene Söhne) kürzlich sein Theologiestudium abgeschlossen hat … und jetzt als Jugendpastor in einer sehr „bibeltreuen“ FEG tätig ist – erinnert mich natürlich an meine eigenen jungen Jahre, in denen ich ganz ähnlich dachte und glaubte wie er … umgekehrt kann er natürlich (noch) nicht nachempfinden, warum seine Mama einen sooo sonderbaren, viel zu „liberalen“ Glaubensweg eingeschlagen hat …
Aber ich will und werde nicht heucheln – das war mir immer schon zutiefst zuwider.
Da prallen dann halt immer mal wieder zwei recht unterschiedliche Überzeugungen aufeinander … aber die LIEBE erträgt auch das. Was nicht heißt, dass es nicht auch mal weh tut … aber auch das gehört zu diesem erstaunlichen, unerklärlichen, bisweilen ziemlich schmerzhaften, aber immer auch ganz wundervollen Leben dazu.
das freut mich, dass du dich in dem Gespräch so wiedergefunden hast.
Und ja, eine Situation wie deine ist herausfordernd. Dein Vorteil ist tatsächlich, dass du beide Seiten kennst. Das tut einerseits weh – weil du ja auch die ausgrenzende und teils verurteilende religiöse Sichtweise kennst (sei es überzeugt oder auch gedankenlos) – aber es ist auch eine Möglichkeit, deinem früheren Ich mit barmherzigen Augen zu begegnen.
Und falls irgendwann in der Zukunft dein Sohn Zweifel an seinem Glauben bekommen sollte, dann hat er das große Glück, eine Mutter zu haben, die ihm vorausgegangen ist und auch diesen Kraftakt kennt. Und wenn ihr es geschafft habt, auf einer anderen Ebene bis dahin eine vertrauensvolle Beziehung zu leben, dann wird er sich bei dir angenommen fühlen ohne Angst haben zu müssen, das Gesicht zu verlieren.
Manchmal hilft auch ein bisschen Galgenhumor: eine rechtsextremistische oder Drogenszene wäre schlimmer …. 😉
Galgenhumor ist für mich übrigens (über-)lebensnotwendig – hab‘ ja noch zwei weitere Jungs ,,,, und was die im Laufe der Jahre so alles angestellt haben und teilweise immer noch anstellen … „au weia“! Wirklich nicht zum Lachen … und trotzdem nur mit eben diesem besonderen Humor überhaupt zu ertragen.
5 Gedanken zu „#124 Claudia Stangl“
Soooo wohltuend.
Gerade in meiner aktuellen Lebensphase …
Noch vor einigen Jahren wäre mir an manchen Stellen schwindlig geworden …. und ich hätte Angst gehabt, ganz hart aufzuschlagen.
Jetzt aber … fühle ich, dass ich „ganz weich falle“
DANKE.
Liebe Silvia,
das ist ja ganz besonders schön formuliert. Vielen Dank!
LG Claudia
Liebe Claudia,
mir geht euer Gespräch immer noch „nach“ … in einem heilsamen SInne (natürlich)!
Ich kann mich nicht erinnern, jemals jemanden gehört zu haben, der meine eigene „Glaubensentwicklung“ (incl. „Status Quo“) so zutreffend beschrieben hat, wie du es Klausa gegenüber ausdrückst. Und dieses Gefühl – endlich mal jemanden zu „treffen“, der einen diesbezüglich wirklich VERSTEHT – ist einfach nur wunderbar!
Bzgl. „Anderssein“ (als die meisten Menschen), „sich nicht anpassen wollen/können“ habe ich kürzlich den Begriff „Otroversion“ gelesen …. mich ein bisschen damit beschäftigt … und habe den Eindruck, dass der ziemlich gut zu mir passt 😉 . Und auch das tut gut – sich nicht mehr „komisch“ zu fühlen, sondern eher „besonders“ (in einem ganz und gar uneitlen Sinne – dass man so, wie man gestrickt ist, okay ist).
Eine meiner aktuellen Herausforderungen ist, dass einer meiner „Jungs“ (ich habe drei erwachsene Söhne) kürzlich sein Theologiestudium abgeschlossen hat … und jetzt als Jugendpastor in einer sehr „bibeltreuen“ FEG tätig ist – erinnert mich natürlich an meine eigenen jungen Jahre, in denen ich ganz ähnlich dachte und glaubte wie er … umgekehrt kann er natürlich (noch) nicht nachempfinden, warum seine Mama einen sooo sonderbaren, viel zu „liberalen“ Glaubensweg eingeschlagen hat …
Aber ich will und werde nicht heucheln – das war mir immer schon zutiefst zuwider.
Da prallen dann halt immer mal wieder zwei recht unterschiedliche Überzeugungen aufeinander … aber die LIEBE erträgt auch das. Was nicht heißt, dass es nicht auch mal weh tut … aber auch das gehört zu diesem erstaunlichen, unerklärlichen, bisweilen ziemlich schmerzhaften, aber immer auch ganz wundervollen Leben dazu.
Alles Liebe dir!
Silvia
Liebe Silvia,
das freut mich, dass du dich in dem Gespräch so wiedergefunden hast.
Und ja, eine Situation wie deine ist herausfordernd. Dein Vorteil ist tatsächlich, dass du beide Seiten kennst. Das tut einerseits weh – weil du ja auch die ausgrenzende und teils verurteilende religiöse Sichtweise kennst (sei es überzeugt oder auch gedankenlos) – aber es ist auch eine Möglichkeit, deinem früheren Ich mit barmherzigen Augen zu begegnen.
Und falls irgendwann in der Zukunft dein Sohn Zweifel an seinem Glauben bekommen sollte, dann hat er das große Glück, eine Mutter zu haben, die ihm vorausgegangen ist und auch diesen Kraftakt kennt. Und wenn ihr es geschafft habt, auf einer anderen Ebene bis dahin eine vertrauensvolle Beziehung zu leben, dann wird er sich bei dir angenommen fühlen ohne Angst haben zu müssen, das Gesicht zu verlieren.
Manchmal hilft auch ein bisschen Galgenhumor: eine rechtsextremistische oder Drogenszene wäre schlimmer …. 😉
Alles Gute dir und liebe Grüße,
Claudia
Herzlichen Dank, liebe Claudia!
Galgenhumor ist für mich übrigens (über-)lebensnotwendig – hab‘ ja noch zwei weitere Jungs ,,,, und was die im Laufe der Jahre so alles angestellt haben und teilweise immer noch anstellen … „au weia“! Wirklich nicht zum Lachen … und trotzdem nur mit eben diesem besonderen Humor überhaupt zu ertragen.
Herzlichst,
Silvia